PFARRE HINTERBRÜHL

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Über uns

Hier finden Sie alle aktuellen Informationen zur Geschichte unserer Pfarrkirche, sowie zu Kapellen, Bildstöcken und Gedenkstätten in unserer Pfarre.

 

Unsere Kirche - Geschichte

1693

Errichtung eines Holzturmes

1694

Ausstattung des Turmes mit einer Glocke und Anbau einer Kapelle

1724-1735

Errichtung eines Steinbaus,
Kirche wird dem Hl. St. Veit geweiht

1783

Unter Kaiser Josef II wird die Brühler Pfarre zu einer Lokalkurie erhoben, unter Einbeziehung der Vorderbrühl und Weissenbach

1830

Fürst Liechtenstein läßt die Kirche abtragen,
nur der Turm und der Hochaltar bleiben erhalten

1834

Einweihung der neuen Kirche, die im klassizistischen Stil mit zwei stumpfen Türmen erbaut worden war

1868

Erhebung der Lokalkuratie Brühl zur Pfarre

1959-1960

Aufgrund der Gründung des SOS-Kinderdorfes wird die Kirche erweitert und der Neubau den Schutzengeln geweiht

1984

Anbau eine neuen Pfarrheimes

2009

Renovierung, Neugestaltung des Altarraumes, Errichtung des Andachtsraum ("offene Kirche")

 

Unsere Kirche außen

Die Frontseite der Kirche zeigt den alten klassizistischen Bau aus dem Jahr 1834. Der Ostturm stammt aus dem Jahr 1735 und ist immer noch der Originalturm der ersten Steinkirche.

Für Vergrößerung der Kirche im Jahr 1960 musste der Berg abgegraben werden. Die Westwand des Neubaus wird in einer lichtdurchlässigen Fassade aufgelöst.

Die Ostseite begrenzt ein Glasgang, der in einen großen Vorraum führt, der wiederum die Verbindung zwischen Kirche, neu erbautem Pfarrheim und Pfarrhaus schafft.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

     

Kapellen & Marterl

Kapelle am Kröpfelsteig

Die Einweihung der liebevoll und aufwändig sanierten kleinen neugotischen Kapelle an der „Via Sacra“  fand am 12. Oktober 2008 statt.

Ein kleines Wunder war geschehen - ermöglicht durch die Großzügigkeit des Hinterbrühler Unternehmers Rudolf Humer und seiner Familienstiftung.

Bald 130 Jahre alt ist die Kapelle, einst Privatbesitz, dann der Pfarre übertragen, später im Besitz einer Waisenkinder-Stiftung. 1956 brachte sie Alt-Pfarrer Jantsch wieder in Pfarrbesitz und ließ sie – mit den Erträgnissen einer Spendenaktion – notdürftig sanieren.
Irgendwann aber geriet sie in Vergessenheit – um jetzt schöner denn je neu zu erstrahlen.

Die Pfarre wollte eine möglichst langfristige Sicherung –und so hat die Familie Humer schließlich einvernehmlich beschlossen, die Kapelle in das Eigentum und in die Verantwortung ihrer Familienstiftung zu übernehmen. Und so ist die Erhaltung auch ganz deutlich als Stiftungszweck schriftlich festgehalten.

Der Umbau begann im Juni 2007 – und im Herbst waren die Arbeiten im Wesentlichen fertig. Zunächst war die Trockenlegung der Mauern vorrangig. Dann ging es – zum Teil mit mittelalterlichen Techniken – an die Erneuerung der Malerei. Dazu die Wiederherstellung der Kapitelle, der Bänke, des Pflasters, der Fenster, des Altarbildes usw. Manches – das Firstkreuz aus Sandstein etwa oder der Schlussstein im Kreuzgewölbe – mussten nach altem Vorbild angefertigt werden.

Und irgendwann war klar, dass auch das Dach stilgerecht erneuert werden musste, um den Bestand zu sichern. Ein enormer Aufwand – restauratorisch und finanziell.
Die Familie Humer hat mit Freude der Pfarre die Schlüssel übergeben. Jetzt geht es darum, die Kapelle wieder mehr in das Geschehen der Pfarre zu integrieren.

Rudolf Humer: "Jede Form der künftigen Nutzung der Kapelle werden wir sehr gerne fördern und unterstützen. Egal, ob das dann die Pfarre ist, das SOS-Kinderdorf - oder auch, wenn Hinterbrühler Familien hier etwas feiern wollen: Hochzeiten, Taufen oder was immer. Das ist ja der Sinn und die Aufgabe eines solchen Sakralbaus."

 

KZ-Platz

Im „Gedenk- und Bedenkjahr" 1988 gaben Nachforschungen einer Gymnasialklasse aus Baden den Anstoß, sich näher mit der dramatischen Geschichte des Flugzeugwerkes in der Seegrotte zu befassen. Ein Proponenten-Komitee engagierter Hinterbrühler gründete einen „Verein zur Errichtung einer KZ-Gedenkstätte Hinterbrühl". Dieser erwarb 1989 den noch nicht verbauten Teil (1.155 m2) des ursprünglichen KZ-Areals um rund 2,4 Mio. öS, die durch zahlreiche Spenden, aber auch durch den Verkauf von handsignierten Exemplaren der Druckgrafik „Adam hinter Gittern" des international renommierten Malers Rudolf Hausner† aufgebracht werden konnten. Am 1. November 1989 wurde die Gedenkstätte durch Bischof Florian Kuntner in Anwesenheit dreier KZ-Überlebender geweiht. Auf dem Platz wurden zwei Findlinge von einem Kultplatz bei Ybbs und ein Menhir (aufgerichteter Monolith) aus Hinterbrühl aufgestellt, sowie ein seinerzeit von den KZ-Gefangenen benutztes Betonwaschbecken. Eine Gedenktafel neben dem hölzernen Bildstock (Marterl) und eine mehrsprachige Hinweistafel an der Straße künden von dem Geschehen. Im September 1994 erhielt die katholische Pfarrgemeinde Hinterbrühl das Eigentumsrecht an dem Grundstück der KZ-Gedenkstätte.


Felsen im Fluss des Vergessens
Wuchtig ruhen sie, die großen Steinblöcke, die der Initiator der Hinterbrühler KZ-Gedenkstätte, Pfarrer Dr. Franz Jantsch, vor Jahren „gegen das Vergessen" hierher schaffen ließ. Kardinal Schönborn nannte sie bei der Einweihung der Gedenkstätte „Felsen im Fluss des Vergessens, die nicht weggeschwemmt werden können".

Alljährlich kommen am Karfreitag, zu Allerheiligen und zu Silvester Dutzende Menschen von nah und fern zur KZ-Gedenkstätte – darunter lange auch die letzten lebenden ehemaligen Zwangsarbeiter –, um hier, am Schauplatz der schrecklichen Geschehnisse von 1944/45 zu gedenken, zu trauern und zu beten.

Was war geschehen?
Im Mai 1944 bombardierten erstmals Flugzeuge der Alliierten nicht nur die „Flugmotorenwerke Ostmark" in Wr. Neudorf – am 24. Mai 1944 fielen über 250 Bomben auch auf Hinterbrühl und seine Umgebung. 36 Tote unter der Zivilbevölkerung waren zu beklagen. Um den alliierten Bombardierungen zu entgehen, errichtete man ab September 1944 im Schaubergwerk Seegrotte in Hinterbrühl eine unterirdische Rüstungsfabrik (Deckname „Languste") zur Herstellung der Rümpfe samt Einbauten des ersten einstrahligen Düsenjägers der Welt, des sog. „Volksjägers" Heinkel HE 162. An der Johannesstraße, auf dem Weg zwischen Maria Enzersdorf und Hinterbrühl, wurde nun das KZ „Lisa" errichtet – als Nebenlager des KZ Mauthausen. In den eiligst adaptierten Bergwerksstollen mussten bis zu 600 KZ-Häftlinge unter Anleitung von rund 170 Facharbeitern der Heinkelwerke in vier Abteilungen (Musterbau, Vorbereitung, Rumpfbau und Montage) die Vorserie der erträumten „Wunderwaffe" in Tag- und Nachtschichten produzieren. Der Erfolg war mäßig: Nicht einmal 50 Rümpfe verließen das Werk Seegrotte. Sie wurden anschließend im Montagewerk Schwechat-Heidfeld mit Triebwerk und Fahrgestell komplettiert. Dort erfolgte auch am 6. Dezember 1944 der erste Testflug.

Das KZ Hinterbrühl

Das KZ an der Johannesstraße 16–24 umfasste vier „Wohn"-Baracken, ein Krankenrevier inkl. „Desinfektion" und weitere Baracken für Küche, Verwaltung sowie eine Werkstätte samt Bad. Die SS-Bewacher waren in einem schon bestehenden Haus zwischen den beiden Lagerblöcken bzw. auf der gegenüberliegenden Straßenseite untergebracht. Unsäglich waren die Leiden der vielen gehetzten und geschundenen Menschen, die - in miserablen Baracken auf mehrstöckigen Holzpritschen eingepfercht und hungernd – im Betrieb Übermenschliches leisten mussten. Immer wieder wurden sie geschlagen und von Wachhunden attackiert. Viele (185) starben hier noch vor Kriegsende an Seuchen und Entkräftung.

Die Todesnacht am Karsamstag 1945

Das nahende Kriegsende brachte dann den Gipfel an Grausamkeit. Das KZ sollte evakuiert, die Gefangenen ab Ostersonntag, es war der 1. April 1945, in mehreren Tagesmärschen, streng bewacht, nach Mauthausen gebracht werden. Um sich Schwierigkeiten mit den Gehunfähigen zu ersparen, befahl KZ-Kommandant SS-Untersturmführer Streitwieser die „möglichst geräuschlose" Tötung von 50 Männern mittels Benzininjektion in das Herz noch in der Nacht vor dem Abmarsch. Weil aber der vom Kapo des Krankenreviers beauftragte – und alkoholisierte – Sanitätsgehilfe die Spritzen meist in die Lungen anstatt in die Herzen der Opfer injizierte, starben viele der Opfer nur langsam und äußerst qualvoll. 51 Leichen (ein Kapo war am Vortag erschossen worden) wurden umgehend in ein Massengrab am KZ-Gelände geworfen. Am Morgen des Ostersonntags wurden – zusammen mit KZ-Häftlingen aus anderen Außenlagern – insgesamt 1.884 Männer in Marsch gesetzt. Diesen tagelangen Fußmarsch nach Mauthausen überlebten 204 nicht. Wenn sie zum Weitermarschieren nicht mehr fähig waren, wurden sie kaltblütig erschossen und von nachfolgenden Kommandos am Wegrand verscharrt. 56 gelang unterwegs die Flucht. Von den ursprünglichen 1.884 Männern kamen 1.624 im KZ Mauthausen an, das am 5. Mai 1945 durch amerikanische Truppen befreit wurde. Die Verantwortlichen für das KZ Hinterbrühl wurden nach dem Krieg ausgeforscht und verurteilt. Im Februar 1946 wurden am Hinterbrühler KZ-Platz 52 Leichen exhumiert und am Wiener Zentralfriedhof (Tor 2, Gruppe 40) beerdigt.

 

Der alte Dankstein in Hinterbrühl
(Hans Kretz)

Seit 1693 gab es in Hinterbrühl eine Kapelle mit Glockenturm. Die Holzkonstruktion wurde im Jahre 1724 vom Sturm umgerissen, worauf man begann, eine kleine Kirche aus Stein zu errichten. Gegen den Willen der Mödlinger Pfarre ließ der Besitzer des Grimmhofes Resch (heute Hotel Beethoven) die gemauerte Kapelle mitsamt Turm 1735 fertig stellen.

Der alte Friedhof

Wie schon seit jeher üblich wurden die Toten in nächster Nähe ihrer Kirche begraben. So auch in Hinterbrühl, und zwar auf dem schmalen Grundstück zwischen Hauptstraße und Mödlingbach. Erst 1784 lässt die Gemeinde eine Schutzmauer um den Friedhof errichten, 1804 folgt eine Totenkammer. 1841 wird ein Areal am Südosthang des Eichbergs für den neuen Friedhof gewidmet. Vom alten Friedhof wurde offenbar nur der Grabstein des Jos. Alex. Henatschel gerettet. Er steht heute - kaum beachtet - an der Westmauer der Hinterbrühler Kirche. 

Der besonderen Aufmerksamkeit des Reiseschriftstellers Adolf Schmidl ist folgende Beschreibung aus dem Jahr 1839 zu verdanken: 

Der mit seiner neuen, von Trauerweiden beschatteten Eingangsfront, wirklich freundlich in die Augen fallende Friedhof befindet sich wenige Schritte von der Kirche entfernt. Außer dem Familiengrabe des Anton von Schmerling (1790 – 10.8.1832), zeigt sich hier das einfach schöne Monument, welches die edle Dankbarkeit der jüngeren Brüder des jetzt regierenden Fürsten von Liechtenstein ihrem Lehrer und Erzieher errichtete. Man liest darauf die Inschrift:

Ihrem theuren Erzieher, Lehrer und Freunde
Herrn Jos. Alex. Henatschel,
geb. den 8. October 1775, gest. den 7. Mai 1836
seine tiefbetrübten Zöglinge Franz, Carl, Friedrich
und Rudolph Fürsten von Liechtenstein.

und darunter die schönen Worte, welche Schiller dem Friedländer (Wallenstein) über den Tod seines geliebten Max (Piccolomini) in den Mund gab:

Sein Leben liegt faltenlos und leuchtend ausgebreitet, kein dunkler Flecken blieb darin zurück.

Die vier tiefbetrübten Zöglinge ihres Lehrers waren Söhne (jedoch nicht Fürsten) aus der reichen Kinderschar (14) des Fürsten Johann I. von Liechtenstein (1760 - 1836). Dessen ältester Sohn, der ab 1836 regierende Fürst Alois II. von Liechtenstein (und Vater das nachfolgenden Fürsten Johann II.) ließ dieses bemerkenswerte Denkmal der Dankbarkeit im Namen seiner vier jüngeren Brüder 1836 errichten. Sozusagen eine in Stein gemeißelte Laudatio mit Schillers Worten.

14 Jahre später hat Fürst Alois II. die Friedhofsfläche von ca. 576 m² samt angrenzender Wiesenfläche von 877 m² im Jahr 1850 der Ortsgemeinde geschenkt, mit der Auflage diese Grundstücke für alle künftigen Zeiten keiner anderen Widmung zuzuführen.

     

Götzweis

Haus Brühl in Götzweis:

Anmeldungen bei Kurt Gipfl,

 

Seit über 30 Jahren können Pfarrmitglieder in dem von Dr. Franz Jantsch erworbenen Gutshof gemeinsam Zeit mit Spiel, Sport und Besinnung - abseits des Alltags - verbringen.

Im Jahr 2014 wurde wurde mit großem Zeiteinsatz, persönlichem Engagement und Liebe zum Detail begonnen, die Räume zu renovieren und neu zu adaptieren. Damit bietet der ehemalige Bauernhof für unterschiedlichste Gruppen ein ideales Quartier für Einkehrtage, Familienrunden-Treffen, Ministrantenlager und vieles mehr.

Ein kurzer Film zeigt den Umbau-Fortschritt der letzten Monate.

 

 

hohe Qualität >>>> (73,1 MB)

 

mittlere Qualität >>>> (9,7 MB)